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GenoMobil – Genossenschaften als Organisationsform für eine sozial-ökologische Transformation integrierter Mobilität

Kompetenzfeld/er:

Über das Projekt

Ausgangspunkt & Forschungsfragen

Dieses Forschungsprojekt entwickelt ein Konzept für eine Mobilitätsgenossenschaft als MaaS-Anbieter mit dem Ziel die individuelle Mobilität von sozial schwächer gestellten Gruppen (z.B. Studierende) zu gewährleisten sowie den motorisierten Verkehr zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund ergeben sich unter anderem folgende Forschungsfragen:

1. Wie kann ein Geschäftsmodell einer Mobilitätsgenossenschaft aussehen?

2. Wie lassen sich psychologische Barrieren durch partizipativ organisierte Genossenschaften verringern?

3. Durch welche sozialen Aktivierungsmaßnahmen lässt sich die Akzeptanz für eine multimodale Mobilität fördern?

4. Wie lässt sich das Genossenschafts-konzept auf andere Kontexte übertragen? Wie wirken sich Mobilitätsgenossenschaften auf die Ausgestaltung von Verkehrssystemen aus? Wie entwickeln sich langfristig der Pkw-Besitz und gibt es Effekte für unterschiedliche Zielgruppen?

5. Welchen Einfluss haben Einstellungen und Mobilitätskulturen bei der Verkehrsmittelwahl?

Projektansatz & Vorgehensweise

Ein zentraler Beitrag des Projekts ist die ganzheitliche Betrachtung von Governance-Fragen. Eine Genossenschaft verbindet die privatwirtschaftliche Nachfragebedienung mit der Verfolgung gemeinschaftlicher Ziele durch ein integriertes Mobilitätskonzept aus der Hand eines Akteurs. Dies stellt ein fundamental anderes Governance- Modell dar als die Kooperation gewinnorientierter Mobilitätsunternehmen.

In ersten Arbeitsschritten werden die ökonomischen und organisatorischen Voraussetzungen einer Mobilitätsgenossenschaft untersucht, die verkehrs- und raumwissenschaftliche Perspektive auf die lokalen Bedingungen erörtert sowie eine Bedarfsanalyse zur Mobilitätsnutzung in den Zielgruppen durchgeführt.
Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse, wird im Rahmen einer Realsimulation die Gründung einer Mobilitätsgenossenschaft als Planspiel erforscht. Dabei werden in einer Reihe aufeinanderfolgender Realexperimente unterschiedliche Aspekte und Prozesse der Initiierung und des Betriebs einer Mobilitätsgenossenschaft mit Mitgliedern der RUB und Beschäftigten auf Mark 51°7 simuliert.

So wird im Rahmen eines Realexperiments der Ansatz der sozialen Aktivierung auf die Organisationsform einer Mobilitätsgenossenschaft an einer Universität übertragen. Weiter werden in Realexperimenten die Entscheidungsfindungs- und Abstimmungsprozesse während einer Genossenschaftsgründung sowie die Nutzung mobilitätsgenossenschaftlicher Angebote anhand realer Fahrzeuge simuliert.

Im Anschluss werden die Ergebnisse evaluiert, die Übertragbarkeit auf andere Orte und Kontexte unter anderem anhand eines agentenbasierten Modells untersucht und ein Handlungsleitfaden für die Gründung einer Mobilitätsgenossenschaft erstellt. Flankiert werden alle Arbeitsschritte durch ein Konzept zur kognitiven Wissensintegration.

Projektziele

Die Ergebnisse des Projektes sollen nicht nur in diesem speziellen Kontext verwendbar sein, sondern mit Hilfe eines Handlungsleitfadens auch Akteure an anderen Orten und in anderen Kontexten bei der Gründung einer Mobilitätsgenossenschaft zur Verbesserung lokaler Bedingungen unterstützen.
Die Realsimulation einer Mobilitätsgenossenschaft soll neue Perspektiven für eine sozial-ökologische Transformation der Mobilität im Ruhrgebiet und später auch andernorts eröffnen.

Projektlaufzeit

Projektstart:
Januar 2021
Projektende:
Dezember 2023

Projektpartner

Max Mustermann, Hannah Holunder

Gefördert von

Drittmittelprojekt
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektart

Einzelprojekt

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